Der Frankfurter Pétanque Club erreicht als letzter hessischer Vertreter den Sonntag der Deutschen Meisterschaft in Saarlouis
Die Deutsche Meisterschaft Pétanque in Saarlouis hat den hessischen Mannschaften bereits früh die Grenzen des Möglichen aufgezeigt. Von den 17 gestarteten Teams überstanden lediglich sechs die Poule-Runde. In der ersten K.-o.-Runde lichtete sich das hessische Feld abermals: Nur zwei Equipes vermochten den Sprung ins Sechzehntelfinale zu vollziehen. Für Benny Lehmann und Clement Melinkoff endete das Turnier dort gegen Jannik Schaake und Leon Gotha-Jecle mit 5:13.
Damit blieb dem Frankfurter Pétanque Club die Rolle des letzten hessischen Vertreters im Hauptfeld. Marcus Faltermann und Bassir Rezai behaupteten sich und sicherten dem Frankfurter Verein den Einzug in den Sonntag. Während sich das hessische Kontingent in Saarlouis damit nahezu vollständig aufgelöst hatte, blieb Frankfurt im Wettbewerb präsent – und verteidigte die hessischen Farben auf der großen Bühne.

Auch im B-Turnier zeichnete sich ein ähnliches Bild. Normann Maurer und Othmann Hadj-Latib erwischten am Samstag keinen einfachen Poule. In der Barrage wartete mit Jan Garner und Marco Schumacher zudem eine Equipe, die angesichts ihrer Klasse und Erfahrung zum erweiterten Favoritenkreis des Wettbewerbs gezählt werden durfte. Gegen dieses Duo fanden die Frankfurter zunächst kein Mittel und mussten sich geschlagen geben.
Doch anstatt das Turnier frühzeitig abzuschreiben, fanden Maurer und Hadj-Latib anschließend bemerkenswert zurück in den Wettbewerb. Mit zwei souveränen Erfolgen gegen niedersächsische Teams – zunächst gegen Bleidistel und Ströde, anschließend gegen die Equipe Scherf und Fahrenkrog-Petersen – gelang ihnen eine eindrucksvolle sportliche Reaktion. Der Lauf endete erst im Achtelfinale gegen Maurice Förster und Ekkaphong Wittchow, denen sie mit 7:13 unterlagen.
Für Nicole Steinbarth vom Frankfurter Pétanque Club endete die Deutsche Meisterschaft Doublette am Wochenende nach drei Partien in der Vorrunde.
An der Seite von Jens Schmitteckert vom BC Vin Rouge Graben-Neudorf erwischten die Beiden einen schweren Poule und gewannen zum Auftakt gegen Saar 04 mit 13:8. Im zweiten Durchgang folgte eine deutliche Niederlage mit 3:13 gegen Kai-Robin Stentenbach und Tehina Anania vom Bundesligisten BC Achern. Im anschließenden Barrage-Spiel kam es erneut zum Duell mit gegen Torsten Lay und Omar Abziz. Diesmal unterlag das Team mit 4:13 und verpasste damit den Einzug in die nächste Runde.
Für den Frankfurter Club war die Teilnahme dennoch von besonderer Bedeutung: Steinbarth war neben Lisa Bischoff vom LBJ Wiesbaden die einzige Frau im hessischen Feld der Deutschen Meisterschaft. Damit setzte sie zugleich ein bemerkenswertes Zeichen für den Frauenanteil in einem Wettbewerb, der traditionell von männlichen Teams geprägt ist.
Der Frankfurter Pétanque Club gratuliert Nicole Steinbarth zu ihrem Auftritt auf nationaler Bühne und ihrem couragierten Auftreten bei der Deutschen Meisterschaft.
So blieb aus Frankfurter Sicht ein Samstag mit unterschiedlichen Facetten, vor allem aber mit einem bemerkenswerten Ergebnis: Der Frankfurter Pétanque Club war der einzige hessische Verein, der sowohl im Hauptfeld als auch im B-Turnier bis in die entscheidenden Phasen hinein vertreten blieb. In einem Wettbewerb, der die Leistungsdichte und die schmale Fehlertoleranz auf nationalem Spitzenniveau unmissverständlich vor Augen führte, setzte Frankfurt damit ein Ausrufezeichen – nicht durch große Worte, sondern durch sportliche Beharrlichkeit und die Fähigkeit, auch nach Rückschlägen im Wettbewerb zu bleiben.
Der Sonntag: Das Ende der hessischen Reise
Am Sonntagmorgen wartete im Achtelfinale ausgerechnet jene Equipe auf die Frankfurter, die tags zuvor bereits Normann Maurer und Othmann Hadj-Latib den Weg versperrt hatte: Jan Garner und Marco Schumacher. Das Duo hatte sich in den vorangegangenen K.-o.-Runden nicht durchweg mit der Souveränität eines Favoriten präsentiert, fand gegen Marcus Faltermann und Bassir Rezai jedoch deutlich besser in die Partie.
Die Frankfurter fanden ihrerseits nicht den nötigen Zugriff auf das Spiel, um den Lauf vom Samstag fortzusetzen. Garner und Schumacher nutzten die sich bietenden Möglichkeiten konsequent und setzten sich am Ende deutlich mit 13:05 durch. Damit war auch für die letzte hessische Equipe im Hauptfeld die Deutsche Meisterschaft beendet.
Somit ist die 44. Deutsche Meisterschaft Pétanque aus hessischer Sicht zu Ende. Das Resümee des Frankfurter Pétanque Clubs darf dabei durchaus positiv ausfallen. Frankfurt war nicht nur der letzte hessische Vertreter im Hauptfeld, sondern konnte sich mit Maurer und Hadj-Latib auch im B-Turnier bis ins Achtelfinale behaupten. In einem Wettbewerb, der die enorme Leistungsdichte auf nationaler Ebene und die geringe Fehlertoleranz an der Spitze einmal mehr eindrucksvoll vor Augen führte, haben die Frankfurter ihre Wettbewerbsfähigkeit unter Beweis gestellt.
Moritz Rosik und Marco Lonken vom Club Düsseldorf sur place haben sich den Titel des Deutschen Meisters gesichert. Im Finale setzten sie sich gegen Jannik Schaake und Leon Gotha-Jecle vom TV Waldhof Mannheim durch und krönten damit ihre starke Leistung mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft.
Aus hessischer Sicht fällt die Bilanz hingegen ambivalenter aus. Frankfurt war das einzige hessische Team, das den Sonntag im Hauptfeld erreichte. Von insgesamt 17 gestarteten hessischen Teams überstanden lediglich sechs die Poule-Runde. Dieses Abschneiden dürfte beim Hessischen Pétanque-Verband Anlass zu einer eingehenderen sportlichen Betrachtung geben. Inwieweit der Verband mit dem Ergebnis zufrieden sein kann, wird daher mit Sicherheit Gegenstand der Nachbetrachtung sein.

Für den Frankfurter Pétanque Club überwiegt indes das Positive. Die eigenen Farben waren in Saarlouis bis zum Sonntag vertreten – länger als die aller anderen hessischen Konkurrenten. Das ist angesichts der Konkurrenz und der hohen Leistungsdichte bei einer Deutschen Meisterschaft ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann.

