Ein Wochenende, das Hoffnung macht – Der Vizemeistertitel und drei Teams des FPC bei der Deutschen Meisterschaft in Saarlouis
Der erste Tag des Wochenendes ist gespielt, die entscheidenden Partien sind absolviert – und für den Frankfurter Pétanque Club fällt die Zwischenbilanz erfreulich aus. Während in Langenselbold die Offene Hessische Landesmeisterschaft im Doublette ausgetragen wurde, spielte sich eine weitere Frankfurter Formation bei der Offenen Landesmeisterschaft in Baden-Württemberg bis ins Halbfinale. Zwei Schauplätze, mehrere starke Auftritte und ein Samstag, der bereits einen Vorgeschmack auf die Bedeutung der kommenden Wochen gab.
In Langenselbold gehörten Marcus Faltermann und Ben Weiland zu den Formationen, die sich bis in die entscheidenden Runden des Turniers behaupten konnten. Das Doublette erreichte das Halbfinale und traf dort auf Normann Maurer und Othman Hadji-Latib. Aus Frankfurter Sicht hatte diese Begegnung ihren besonderen Reiz. Ein reines Finale des Frankfurter Pétanque Clubs war zwar nicht mehr möglich, doch die Ausgangslage versprach dennoch einen besonderen Abend: Fest stand bereits, dass im Endspiel eine Frankfurter Mannschaft um den Titel kämpfen würde. Für den FPC ging es damit nicht nur um den Einzug ins Finale, sondern auch um die Frage, welches seiner Teams die Chance auf den Turniersieg erhalten würde.
Faltermann und Weiland behielten die Oberhand und zogen ins Endspiel ein. Damit hatte der FPC zumindest eine Formation im Finale der Landesmeisterschaft. Zum Titel reichte es für die beiden am Ende nicht; mit dem zweiten Platz und der Vize-Hessenmeisterschaft stand gleichwohl ein bemerkenswerter Erfolg zu Buche.
Das Finale selbst gehörte spielerisch zu den herausragenden Endspielen, die eine hessische Landesmeisterschaft in den vergangenen Jahren gesehen hat. Was Faltermann und Weiland auf der einen und ihre Gegner auf der anderen Seite boten, war Pétanque in einer Qualität, die über weite Strecken kaum Raum für Fehler ließ. Nicht selten wurden alle zwölf Kugeln einer Aufnahme mit höchster Präzision gespielt. Taktische Entscheidungen, technische Ausführung und Nervenstärke bewegten sich auf einem Niveau, das den Anspruch des Pétanque als Leistungssport eindrucksvoll unterstrich.
So wurde das Endspiel zu weit mehr als einer Entscheidung um den Landesmeistertitel: Es war eine Demonstration der spielerischen Möglichkeiten dieses Sports und zugleich beste Werbung für den Pétanque-Leistungssport in Hessen. Dass Faltermann und Weiland den letzten Schritt zum Titel nicht gehen konnten, schmälert die Qualität ihres Auftritts nur wenig.
Der Finaleinzug war dabei mehr als eine gute Platzierung. In einem stark besetzten Teilnehmerfeld mussten Faltermann und Weiland über mehrere Runden ihre Klasse und Nervenstärke unter Beweis stellen. Gerade das Doublette lebt vom Zusammenspiel zweier Spieler, von taktischer Abstimmung und der Fähigkeit, auch in engen Situationen die richtige Entscheidung zu treffen. Beides funktionierte in Langenselbold über weite Strecken überzeugend.
| Platzierung | Team |
|---|---|
| Landesmeister | Peter Weise & Victor Bockelmann |
| Vize-Landesmeister | Marcus Faltermann & Ben Weiland |
| Halbfinalisten | Normann Maurer & Othman Hadj-Latib |
| Sylvia Rugar & Jörg Born | |
| Viertelfinalisten | Lars Flinspach & Emil Götz |
| Ronny Wiedemann & Maximilian Borst | |
| Stefan Nell & Florian Besinger | |
| Ulrich Stöhr & Felix Kraus |
Der Erfolg blieb zudem nicht auf Hessen beschränkt. Zeitgleich war Kai-Uwe Klinkel mit seinem Partner Kai-Michael Bräutigam bei der Offenen Landesmeisterschaft in Baden-Württemberg im Einsatz. Auch dort führte der Weg bis ins Halbfinale.
In der traditionell leistungsstarken baden-württembergischen Konkurrenz ist ein solcher Halbfinaleinzug nicht selbstverständlich. Für den Frankfurter Pétanque Club bedeutet das Ergebnis, dass seine Spieler auch außerhalb Hessens auf höchstem Niveau konkurrenzfähig sind. Während Faltermann in Langenselbold um den Landesmeistertitel spielte, erreichte Klinkel gleichzeitig in Baden-Württemberg die Vorschlussrunde.
Auch in Bergalingen war der Frankfurter Pétanque Club mit insgesamt 92 Teams stark vertreten. Die große Beteiligung unterstreicht die Bedeutung des Wettbewerbs und die hohe Leistungsdichte im baden-württembergischen Pétanque. Damit zeigte sich einmal mehr, dass der Frankfurter Verein auch über die hessischen Landesgrenzen hinaus präsent und konkurrenzfähig ist.
| Runde | Gegner | Ergebnis |
|---|---|---|
| 1. Runde | Mike Sackmann & Paul Abraham | 13:10 |
| 2. Runde | Gabi Quaiser & Thomas Quaiser | 13:11 |
| Cadrage | Marcel Abdelhak & Patrick Abdelhak | 13:5 |
| Achtelfinale | Roger Aerni & Thorsten Weber | 13:7 |
| Viertelfinale | Tamara Muschel & Peter Muschel | 13:4 |
| Halbfinale | Béla Augustin Mössinger & Johannes Hirte | 9:13 |
Damit war der FPC am ersten Tag des Wochenendes an zwei verschiedenen Schauplätzen in den entscheidenden Phasen vertreten. Der Vize-Hessenmeistertitel von Faltermann und der Halbfinaleinzug von Klinkel und Maurer waren eine erfreuliche Zwischenbilanz – mehr allerdings noch nicht.
Denn der Blick richtete sich bereits auf den Sonntag. In Langenselbold stand die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft im Doublette auf dem Programm. Für die hessischen Formationen ging es um die begehrten Startplätze für die nationalen Titelkämpfe in Saarlouis. Angesichts der Qualität des Teilnehmerfeldes sollte der zweite Tag noch einmal eine andere sportliche Dimension erreichen.
Gerade für den Frankfurter Pétanque Club besaß die Qualifikation besondere Bedeutung. Mit Marcus Faltermann und Bassil Rezaie stand bereits ein eingespieltes Team für die Deutsche Meisterschaft fest. Vier weitere Frankfurter Formationen hofften in Langenselbold darauf, ebenfalls den Schritt nach Saarlouis zu schaffen.
Der Samstag hatte dafür einen vielversprechenden Auftakt geliefert. Marcus Faltermann hatte gezeigt, dass sie in einem starken Feld bis ins Finale gelangen können, Klinkel hatte in Baden-Württemberg ebenfalls die entscheidende Turnierphase erreicht. Nun musste sich zeigen, ob daraus am Sonntag weitere Tickets für die Deutsche Meisterschaft werden würden.
Zwei Wege, ein Ziel
Das Qualifikationsturnier zur Deutschen Meisterschaft hat ein bemerkenswertes Bild des hessischen Pétanque gezeichnet. Elf weitere Mannschaften haben sich das Recht erspielt, den Landesverband bei den deutschen Titelkämpfen zu vertreten. Für den Frankfurter Pétanque Club ist das Ergebnis besonders erfreulich: Zwei weitere Mannschaften werden in Saarlouis an den Start gehen.
Normann Maurer und Othman Hadj-Lazib sowie Nicole Steinbarth und Jens Schmitteckert haben die Qualifikation geschafft. Mehr muss man aus diesem Ergebnis zunächst nicht machen – aber auch nicht weniger. Denn zwei Tickets für die Deutsche Meisterschaft sind im Pétanque kein Zufallsprodukt. Sie stehen für die Fähigkeit, sich über einen langen Turniertag hinweg im Wettbewerb zu behaupten, wenn Namen, Ranglisten und bisherige Einordnungen irgendwann keine Rolle mehr spielen.
Gerade darin liegt die Bedeutung dieses Ergebnisses für den Frankfurter Pétanque Club. Der Verein ist nicht nur mit einer Mannschaft vertreten, sondern gleich dreifach. Das spricht weniger für einzelne Platzierungen als für eine gewisse Breite, die sich nicht ohne Weiteres in Tabellen ablesen lässt.
Zugleich zeigt ein solches Qualifikationsturnier, wie eng die Leistungsdichte im hessischen Pétanque inzwischen sein kann. Wer sich durchsetzt, braucht nicht nur spielerische Qualität, sondern auch Konstanz und die Fähigkeit, mit wechselnden Situationen umzugehen. Gerade im Doublette können wenige Aufnahmen darüber entscheiden, ob ein Turnier weitergeht oder bereits beendet ist. Umso höher ist das Ergebnis der beiden Frankfurter Teams einzuschätzen, ohne daraus schon vor dem eigentlichen Saisonhöhepunkt weitere Erwartungen ableiten zu müssen.
Für Maurer und Hadj-Lazib sowie Steinbarth und Schmitteckert beginnt damit nun eine neue Aufgabe. Die Qualifikation ist erreicht, doch in Saarlouis wartet ein Feld, in dem die Karten erneut gemischt werden. Dort zählt nicht mehr, wer sich über welchen Weg qualifiziert hat. Entscheidend wird allein sein, was am jeweiligen Spieltag auf dem Platz gelingt.
Die Qualifikation ist damit auch eine kleine Momentaufnahme der Entwicklung des Vereins. Für den FPC geht die Saison ohnehin in ihre entscheidende Phase. Das Achtelfinale im Pokal steht bevor, ebenso das letzte Bundesliga-Wochenende und die Deutsche Meisterschaft im Doublette. Der August lässt dem Verein wenig Zeit, sich über das Erreichte lange aufzuhalten.
Dabei dürfte gerade die Mischung aus verschiedenen Wettbewerben den besonderen Reiz der kommenden Wochen ausmachen. Pokal, Bundesliga und Deutsche Meisterschaft stellen jeweils eigene Anforderungen und verlangen unterschiedliche Formen der Konzentration. Für den Verein geht es deshalb nicht nur darum, einzelne Ergebnisse zu bestätigen, sondern die Breite des Kaders auch unter hoher Belastung zur Geltung zu bringen. Die beiden zusätzlichen DM-Tickets sind dafür ein weiterer Baustein.
Der Samstag hatte Hoffnung geweckt. Der Sonntag hat sie konkretisiert: mit zwei weiteren Tickets für Saarlouis.
Nun folgt die nächste Etappe.

