Frankfurter Pétanque Club zieht nach der DM in Tornesch eine gemischte, aber zuversichtliche Bilanz
Die 23. Deutschen Meisterschaften der Damen Triplette am 18. und 19. Juli 2026 in Tornesch boten für den Frankfurter Pétanque Club zwei Tage voller Spannung, Emotionen und intensiver Wettkämpfe. Mit zwei Mannschaften, in denen Spielerinnen des FPC vertreten waren, war der Verein auf nationaler Ebene vertreten und durfte bis zuletzt auf den Einzug in die K.-o.-Runde hoffen.
Hessen 1 musste allerdings den Umweg über die Barrage nehmen – ein Hinweis darauf, wie ausgeglichen das Teilnehmerfeld in diesem Jahr besetzt war. Für das Team um Anna Neubauer zahlte sich der Einsatz aus. Mit einem 13:4 Erfolg in der entscheidenden Begegnung gelang der Einzug in die Hauptrunde und damit die Möglichkeit, weiterhin um den Deutschen Meistertitel mitzuspielen.

Für die Formation um Nicole Steinbarth verlief die die Poulephase weniger glücklich. Nach einer denkbar knappen Niederlage mit 12:13 war das Turnier bereits am Samstag nach zwei Begegnungen beendet. Die Enttäuschung war unmittelbar nach dem Spiel verständlicherweise vorhanden, dennoch überwog im Rückblick nicht der Frust über das Ausscheiden.

Nicole Steinbarth sprach von einer anspruchsvollen Vorrunde mit durchweg starken Gegnerinnen. Mehrfach musste sich das Team nach Rückständen wieder herankämpfen. Die langen Begegnungen verlangten den Spielerinnen viel Energie ab, jede Partie entwickelte ihren eigenen Charakter und wurde bis zum Schluss umkämpft. Umso bemerkenswerter war aus ihrer Sicht, dass die Mannschaft während des gesamten Turniers als Einheit auftrat. Die Stimmung sei jederzeit positiv gewesen, alle Spielerinnen hätten sich gegenseitig unterstützt und auch in schwierigen Situationen nie den Zusammenhalt verloren. Dieses harmonische Miteinander sei letztlich eine der wichtigsten Erkenntnisse des Wochenendes gewesen.

Mit dem Blick auf die Gesamtbilanz der Deutschen Meisterschaft ergibt sich aus hessischer Sicht dennoch ein gemischtes Bild. Von sieben hessischen Mannschaften erreichten lediglich zwei die Hauptrunde. Das entspricht einer Erfolgsquote von 28,6 Prozent. Im bundesweiten Vergleich lag Hessen damit unter dem Durchschnitt von 50 Prozent. Nordrhein-Westfalen brachte neun seiner zwölf Teams in die Hauptrunde, Baden-Württemberg und Niedersachsen überzeugten ebenfalls mit einer deutlich höheren Erfolgsquote.

Diese Zahlen sollten allerdings differenziert betrachtet werden. Deutsche Meisterschaften werden häufig durch wenige Kugeln entschieden, und gerade die Barrage verlangt den Spielerinnen nach einer langen Vorrunde noch einmal höchste Konzentration ab. Dennoch zeigt die Statistik, dass andere Landesverbände derzeit über eine größere Leistungsdichte verfügen.
Auch aus Sicht des Frankfurter Pétanque Clubs bietet das Wochenende Anlass, über die weitere Entwicklung des Damen-Leistungssports in Hessen nachzudenken. Der Verein erlebt Woche für Woche engagierte Spielerinnen, intensive Trainingsarbeit und einen großen Einsatz aller Beteiligten. Umso mehr wünscht man sich, dass sich dieses Potenzial künftig noch stärker auf nationaler Ebene widerspiegelt.
Dabei stellt sich auch die Frage, ob bei dieser Deutschen Meisterschaft tatsächlich alle Spielerinnen vertreten waren, die derzeit zur hessischen Spitze gehören. Die Ergebnisse allein können diese Frage nicht beantworten. Ebenso könnten die Auslosung, personelle Konstellationen oder die Tagesform eine Rolle gespielt haben. Dennoch lohnt es sich, diese Überlegungen im Hinblick auf die Weiterentwicklung des hessischen Leistungssports mitzunehmen.
Unabhängig davon bleibt festzuhalten, dass Hessen mit sieben qualifizierten Mannschaften über eine solide Basis verfügt. Die Herausforderung besteht nun darin, diese Breite künftig häufiger in sportlichen Erfolg auf Bundesebene umzusetzen. Dazu gehören kontinuierliche Trainingsarbeit, hochwertige Wettkampfmöglichkeiten und ein enger Austausch zwischen Vereinen und Landesverband.
Der Deutsche Meistertitel ging in diesem Jahr an den Landesverband Nordrhein-Westfalen. Das Team mit Anna Lazaridis, Eileen Jenal und Carolin Niermann setzte sich im Finale mit 13:6 gegen Tamara Höfer, Relindis Pfisterer und Christina Kroll durch und krönte sich damit zum Deutschen Meister 2026.

Auch aus hessischer Sicht gab es im B-Turnier erfreuliche Ergebnisse. Die Teams Hessen 2 und Hessen 7 spielten sich bis in den Sonntag und zeigten, dass nach dem Ausscheiden aus der Meisterrunde weiterhin engagierter und erfolgreicher Pétanque-Sport möglich war. Die zusätzlichen Begegnungen boten wertvolle Wettkampfpraxis und sorgten durch den Finaleinzug im B-Turnier für einen versöhnlichen Abschluss des Wochenendes.

Für den Frankfurter Pétanque Club fällt das Fazit trotz des frühen Ausscheidens beider Spielerinnen insgesamt positiv aus. Beide Damen haben den Verein mit ihren Mannschaften engagiert vertreten und sich gegen starke Konkurrenz behauptet. Die Leistungen, der Teamgeist und der große Zusammenhalt über das gesamte Wochenende hinweg verdienen Anerkennung. Gleichzeitig hat die Deutsche Meisterschaft wertvolle Erkenntnisse geliefert und aufgezeigt, wo noch Entwicklungspotenzial besteht. Mit dem gezeigten Einsatz und der vorhandenen Qualität blickt der FPC optimistisch nach vorn – und freut sich bereits auf die nächsten nationalen Herausforderungen.
