Großer Preis von Frankfurt

Der Große Preis 2019 fand dieses Jahr zum ersten Mal unter der Turnierserie Grand Prix de Allemagne statt. Vielleicht gerade deshalb fanden auch Teams aus Freiburg den Weg nach Frankfurt. Die Anmeldeliste war ebenfalls seit einiger Zeit mal wieder gefüllt mit Spitzenspielern aus Mittel- und Süddeutschland.

Landeskadertrainer und DPV-Funktionstrainer Frank Lückert durfte sich den einen oder anderen Namen notiert haben. Es waren mit Sicherheit auch die anwesenden Nationalspieler André Skiba, Muriel Hess, Marco Kowalski und Leon Gotha, welche sich standesgemäß in den Ergebnislisten weit vorne positionierten.

Aber erstmal alles von vorne. Regen war für den Turniertag nicht gemeldet, begleitete die Akteure aber dennoch über den ganzen Tag. Nichts desto trotz fanden sich 70 Mannschaften in Bockenheim ein und zeigten unbeeindruckt vom mäßigen Wetter sehr niveauvolles Pétanque. Ein Novum war dieses Jahr unser Turniermodus, alle Partien wurden vorgelost, um möglichst früh das Endspiel auszutragen. Schließlich beklagen wir in den vergangenen Jahren häufig den unnötigen Zeitaufwand bei Qualifikationen oder Turnieren. Der etwas kurzfristige Entschluss, das Viernheimer Turniersystem für den Großen Preis anzuwenden, erwies sich als geschickter Schachzug. Hier muss ich mich ausdrücklich bei Kai und Max bedanken, die mit sanften Druck zu diesem System genötigt wurden und die Feuertaufe bravourös meisterten.

Im C-Turnier standen sich überraschend Lisa Bischoff mit Christian Birk dem Team Natascha Sieling und Norbert Bär gegenüber. Der Anspruch der Finalisten war mit Sicherheit ein anderer, letztlich setzten sich Natascha und Norbert verdient durch.

Simone

Das Endspiel im B-Turnier war nicht minder prominent. Wie schon im C-Finale hatten wir abermals ein Mixte-Endspiel, Sylvia Rugar und Frank Lückert mussten sich mit Simone Seitz und Uwe Annel auseinandersetzen. Hier setze sich das routinierte Team Seitz und Annel durch.

 

Das A-Turnier ist seit Jahren schnell erzählt, meist gewinnen Loic Elitoc und Markus Sigusch. Die Jungs spielen einfach sehr konzentriert mit klarem Fokus und dies seit mehreren Jahren konstant. Im Halbfinale standen sie Anna Scherer und Temur Kurbanov gegenüber. Die Young Guns hatten sich zuvor gegen Alexander Lesert und Malte Bonifer klar, aber glanzlos durchgesetzt. Ich habe das Viertelfinale komplett verfolgt und sah stellenweise gute Kugeln, aber zu selten als Kollektiv gelungene Aufnahmen.

Temur & Anna

Früh in der Partie verspielten die Dieburger durch technische Mängel eine große Aufnahme zur Führung. Im Gegenteil: Anna und Temur konnten mit Punktgewinn den Durchgang beschließen, und 15 Minuten später brachte ein gewollte Flachschuss von Temur die Zielkugel für 4 Punkte ins Aus. Leider spielten die Dieburger in dieser Partie nur mit den 3 Kugel von Alexander, da Malte nie zu seiner gewohnten Treffsicherheit fand. So war es nicht verwunderlich, dass die Partie wenige Aufnahmen später beendet war.

Loïc

Aufgrund des stressfreien Sieges erhoffte ich mir einen Leistungssprung der Youngsters im Halbfinale. Ich nehme es vorweg – leider wurde meine Erwartung enttäuscht. Es fehlten Anna und Temur zwar meist immer nur eine Kugel. Sei es mal ein Treffer von Temur oder der Druck von Anna auf Loic. So stand sehr lange die Null auf der Habenseite der Espoirs, bis Loic dreimal lochte. Die ersten Punkte waren da! Vielleicht eine taktische Raffinesse von Scherer und Kurbanov, welche den Schwachpunkt der „Alten“, nämlich die Kondition, ausgemacht hatten. Aber NEIN, mit Erfahrung und beachtlichen Durchhaltevermögen siegten die Endspiel-Abonnementen ihr Halbfinale und lösten auch dieses Jahr ihr Ticket zum möglichen Turniersieg.

Die Partie nebenan versprach ein Bonbon zu werden. Mit Muriel Hess und André Skiba gegen Marco Kowalski und Leon Gotha standen sich gleich 4 Nationalspieler gegenüber. Muriel und André gingen schnell in Führung und dominierten das Spiel in der Frühphase. Gegen Mitte der Partie wechselten Leon und Marco die Position des Tireurs. Mit dieser einfachen, aber effektiven taktischen Maßnahme drehten sie langsam aber kontinuierlich die Partie. Marco traf die Kugel, welche Leon zuvor verpasste, und man sah deutlich, wie wichtig gut gespielte Kugeln im Teamverbund sind. Selten sind es die satten Carreaus oder Biberons, welche über Sieg und Niederlage entscheiden, sondern eben die mannschaftliche Geschlossenheit und die Masse an sauber gespielten Boules.

Leon & Marco – Die Sieger 2019

Dies gelang an diesem Tag wirklich nur Leon und Marco. Die beiden ließen auch im Finale kein Zweifel an ihrer Dominanz beim Großen Preis 2019 und trugen sich zu Recht in die Siegerliste ein.
Die Jungs haben mit Sicherheit gehörigen Rückenwind für die Europameisterschaft im Oktober bekommen, wir wünschen Euch viel Erfolg in Frankreich.

Abschließend gilt mein Dank den Helfern, Turnierleitern, Köchen, Kuchenbäckern und Schiedsrichtern. Besonders aber an Euch, liebe Teilnehmer, welche ihr immer fair miteinander umgegangen seid, eben genau entsprechend dem Motto des Grand Prix de Allemagne. Einen letzten Nachtrag hätte ich noch: Lieber Rudi, ohne deine Musik ist der Große Preis nicht der Gleiche, nächstes Jahr zählen wir wieder auf Dich und dein musikalische Untermalung.