Der Pétanque-Sport in Hessen im Spiegel des Deutschen Pétanque Länderpokals
Der Pétanque-Sport erfreut sich in Hessen seit Jahren wachsender Beliebtheit – ein Trend, der sich besonders eindrucksvoll beim Deutschen Pétanque Länderpokal zeigt. Dort tritt Hessen regelmäßig mit einer breiten, gut aufgestellten Delegation an und demonstriert, wie sich der Sport im Bundesland von einem gemütlichen Dorfplatzspiel zu einer strukturierten und ambitionierten Wettkampfkultur entwickelt hat.
Mit rund 2.400 Spielerinnen und Spielern, die im Hessischen Pétanque-Verband (HPV) organisiert sind, verfügt Hessen über eine vielfältige Basis. Diese setzt sich aus lizenzierten Athletinnen und Athleten sowie zahlreichen Freizeitspielern zusammen. Während viele die sportliche Herausforderung im Ligabetrieb suchen, pflegen andere die gesellige Tradition des Spiels – ein Doppelcharakter, der auch beim Länderpokal spürbar ist: Die dort eingesetzten Teams rekrutieren sich auf Grundlage eines breiten und lebendigen Vereinslebens.
Mehr als 60 Mitgliedsvereine bilden das Fundament des hessischen Pétanque-Sports. Sie stellen die Talente und erfahrenen Spieler, die beim Länderpokal die Landesfarben vertreten. Die Vereinslandschaft reicht dabei von kleinen Ortsvereinen bis hin zu etablierten Großvereinen wie dem 1. Frankfurter Pétanque Club, die regelmäßig Leistungsträger hervorbringen.
Der Leistungskader als Grundlage für den Länderpokal
Für den Länderpokal greift der HPV auf ein strukturiertes Kadersystem zurück. Aktuell knapp 70 Spielerinnen und Spieler dem A-Kader des Landes an – verteilt auf verschiedene Alters- und Leistungskategorien wie Frauen, Männer, Männer 55+, Männer 65+, Espoirs und Jugend. Diese Athletinnen und Athleten bilden den Kern der hessischen Länderpokalteams. Trotz der vergleichsweise kleinen Größe des hessischen Verbandes gelingt es dem Kader immer wieder, auf nationaler Bühne starke Leistungen abzurufen.
Die kontinuierliche Professionalisierung des Trainings, der Ausbau moderner Boulehallen und ein generationenübergreifendes Vereinsleben tragen wesentlich dazu bei, dass Hessen beim Länderpokal wettbewerbsfähig bleibt. Gleichzeitig bleibt die niederschwellige Zugänglichkeit des Sports erhalten – ein Markenzeichen, das Pétanque attraktiv für Jung und Alt macht und die Breite stärkt, aus der die Länderpokalteams schöpfen.
Hessen zeigt im Rahmen des Deutschen Pétanque Länderpokals beispielhaft, wie ein Landesverband es schafft, sowohl im Breitensport als auch im Leistungssport stark vertreten zu sein. Die Mischung aus Struktur, Engagement und der typisch entspannten Pétanque-Kultur macht den hessischen Auftritt beim Länderpokal zu einem Spiegelbild der positiven Entwicklung des Sports im Bundesland.
Ein glänzender Jahresabschluss für den Frankfurter Pétanque Club
Der Länderpokal 2025 bot Pétanque auf höchstem Niveau – und mittendrin präsentierte sich der Frankfurter Pétanque Club in absoluter Topform. Besonders beeindruckend war der Auftritt von Pascal Sittmann und Marcel Bomsdorf, die gemeinsam mit Benny Lehmann und Manuel Kern die Einzelwertung in der Seniorenkategorie für sich entscheiden konnten. Das Quartett zeigte im Verlauf des gesamten Turniers eine bemerkenswerte Konstanz: Wenn spektakuläre Würfe gefragt waren, lieferten sie diese mit einer Selbstverständlichkeit ab, als gehörten sie zum Trainingsalltag. Gleichzeitig agierten sie über alle Partien hinweg mit einer Präzision und Ruhe, die selbst routinierte Zuschauer ins Staunen versetzte.

Ein besonderer Blick gilt Manuel Kern. Obwohl er im Team überwiegend als Einwechselspieler vorgesehen war und die meiste Zeit an der Seitenlinie verbrachte, war seine Bedeutung kaum zu übersehen. Mit unerschütterlicher Positivität, motivierenden Anfeuerungen und einer Präsenz, die das gesamte Team spürbar stärkte, wurde er zum emotionalen Motor der Mannschaft. Seine Rolle zeigt eindrucksvoll, dass Erfolg im Pétanque – wie in vielen Sportarten – nicht nur auf dem Platz entschieden wird, sondern auch durch Teamgeist, gegenseitige Unterstützung und mentale Stärke.
Für den Frankfurter Pétanque Club ist dieser Erfolg ein Meilenstein. Das Jahr 2025 könnte kaum besser enden: Der Verein präsentiert sich nicht nur sportlich auf höchstem Niveau, sondern rückt auch auf nationaler Ebene verstärkt in den Fokus. Die „Adlerträger vom Main“ haben mit ihrem Auftreten ein deutliches Zeichen gesetzt und zeigen, dass in Frankfurt nicht nur mit Leidenschaft, sondern auch mit großer sportlicher Qualität Pétanque gespielt wird.
| Landesverband | Senioren 1 | Damen |
|---|---|---|
| Rheinland-Pfalz | 13:1 | 13:8 |
| Ost | 13:3 | 13:0 |
| Berlin | 13:0 | 13:5 |
| Nordrhein-Westphalen | 13:11 | 6:13 |
| Nord | 13:2 | 13:5 |
| Niedersachsen | 2:13 | 13:8 |
| Saarland | 13:3 | 13:4 |
| Baden-Württemberg | 13:6 | 13:2 |
| Bayern | 13:9 | 9:13 |
| Gesamtergebnis: | 8:1 | 7:2 |
Doch nicht nur die Herren sorgten für Furore. Einen ebenso beeindruckenden Erfolg feierte die Damenmannschaft des hessischen Teams. Andrea Gerwig, Lisa Bischoff, Marie Baudis und Natascha Sieling sicherten sich ebenfalls den Sieg in ihrer Kategoriewertung – ein Ergebnis, das den starken Gesamteindruck des hessischen Aufgebots unterstreicht. Besonders hervorzuheben ist Natascha Sieling: Die ehemalige Spielerin des Frankfurter Pétanque Clubs, inzwischen im Landesverband als Beauftragte für das Frauentraining tätig, darf stolz auf ihre Arbeit blicken. Ihr langjähriges Engagement, ihr organisatorisches Talent und ihr unermüdlicher Einsatz für die Förderung des Frauenpétanque tragen sichtbar Früchte. Der Triumph ihrer Mannschaft bestätigt, wie wichtig und wertvoll ihr Beitrag für die Entwicklung des Sports in Hessen ist.

Trotz dieser hervorragenden Einzelleistungen stellte sich am Ende die Frage, warum Hessen insgesamt nicht ganz oben auf dem Siegertreppchen stand. Der Landesverband wird diese Frage im Nachgang sicherlich gründlich analysieren müssen. Klar ist: Einige kurzfristige Absagen von etablierten Leistungsträgern haben die Teamstärke sichtbar geschwächt. Doch auch wenn der ganz große Wurf ausblieb, bleibt ein respektabler dritter Platz – ein Ergebnis, das den Teams dennoch Anlass zum Feiern gibt. Schließlich zeigt dieser Platz eindrucksvoll, welches Potenzial in Hessen vorhanden ist und wie breit der Pétanque-Sport im Land inzwischen aufgestellt ist.
Für den Frankfurter Pétanque Club bleibt ein Fazit: Das Jahr 2025 endet mit sportlichen Höhen, starken Signalen und viel Rückenwind für kommende Aufgaben. Mit solch engagierten, erfolgreichen und leidenschaftlichen Spielerinnen und Spielern muss dem Verein um die Zukunft nicht bange sein.
Rückblick: Ein Wochenende, das in Erinnerung blieb
Am Ende des intensiven Wochenendes stand fest, wer 2025 den begehrten Titel erringen konnte und den Pokal in die Höhe reckte. Unabhängig vom Ausgang bot der Länderpokal in Gersweiler erneut Pétanque-Sport auf höchstem Niveau – geprägt von Leidenschaft, Präzision und dem besonderen Geist dieses traditionsreichen Wettbewerbs.
Das Turnier bestätigte einmal mehr seinen Stellenwert als einer der bedeutendsten Fixpunkte im deutschen Pétanque-Jahr und hinterließ bei Spielern, Betreuern und Zuschauern gleichermaßen Eindrücke, die weit über das Wochenende hinaus nachwirkten.
