Ein Fenster bleibt offen

Das Fenster zum weiteren Verlauf des Hessenpokals hat sich für den Frankfurter Pétanque Club nach der Lucky-Loser-Runde wieder geöffnet. Die Auftaktniederlage bleibt damit zwar Teil der Ausgangslage, verliert jedoch an unmittelbarer Schärfe. Mit dem souveränen Erfolg gegen Marborn lebt die Perspektive auf einen möglichen Titelgewinn erneut sichtbar auf.

Die Diskussion über Sinn und Unsinn der Lucky-Loser-Runde dürfte beim Frankfurter Pétanque Club für einen Abend in den Hintergrund gerückt sein. Die Frankfurter gewannen ihre Begegnung gegen den BC Marborn am Donnerstagabend deutlich und sicherten sich damit den Einzug in die nächste Runde des Hessenpokals.

Nach der überraschenden Heimniederlage gegen Seeheim in der ersten Hauptrunde stand der FPC unter Zugzwang. Die Gelegenheit, trotz des Ausscheidens im Wettbewerb zu verbleiben, bot die umstrittene Lucky-Loser-Runde. Gegen Marborn ließ die Mannschaft nun keinen Zweifel daran, dass sie zu den stärkeren Teams des Wettbewerbs zählt.

In den Tête-à-Tête-Partien begegnete Marborn dem favorisierten Gegner auf Augenhöhe und hielt die Begegnung über weite Strecken ausgeglichen. Mit großer Disziplin im Legespiel und der nötigen Ruhe in den entscheidenden Situationen gelang es den Marbornern, mehrere Partien offen zu gestalten. Die Frankfurter mussten sich ihre Punkte hart erarbeiten und fanden nur selten zu der sonst gewohnten Dominanz. Immer wieder setzte Marborn eigene Akzente und bewies, dass der Tabellenstand wenig über die tatsächlichen Kräfteverhältnisse auf dem Platz aussagte. So blieb die Begegnung nach der ersten Runde völlig offen. Erst in den folgenden Partien gelang es den Gästen, ihren leichten Vorteil konsequenter auszuspielen.

BC MarbornFrankfurter Pétanque ClubResultat
Daniel HeilDr. Robert Haag13:06
Susan LifkaAnna Neubauer13:10
Dieter AuthDieter Schwöbel11:13
Matthias LifkaNormann Maurer13:05
Ralf WeberPascal Sittmann02:13
Sascha TaddayFriedrich Sittmann11:13

In den Doubletten untermauerte der Frankfurter Pétanque Club seine Ambitionen eindrucksvoll. Die Gäste agierten mit großer Konstanz, vermieden unnötige Fehler und setzten die Marborner Formationen von Beginn an unter Druck. Anna Neubauer und Dr. Patel Krutarth ließen ihren Gegnern kaum Raum zur Entfaltung und entschieden ihre Begegnung deutlich für sich. Auch in den weiteren Doubletten zeigte Frankfurt seine Qualität. Zwar boten die Marborner den Favoriten aus Bockenheim lange Paroli, doch die Frankfurter behielten in den entscheidenden Aufnahmen die Kontrolle über das Spielgeschehen. Mit drei Siegen aus drei Begegnungen bauten die Gäste ihren Vorsprung konsequent aus und schufen sich eine ausgezeichnete Ausgangsposition für die abschließenden Tripletten.

BC MarbornFrankfurter Pétanque ClubResultat
Susan Lifka | Benjamin LifkaAnna Neubauer | Dr. Patel Krutarth00:13
Daniel Heil | Matthias LifkaDr. Robert Haag | Pascal Sittmann02:13
Ralf Weber | Stefan SchnittDieter Schwöbel | Friedrich Sittmann08:13

Die Entscheidung fiel schließlich in den Tripletten, jener Disziplin, die im Mannschaftswettbewerb häufig den Charakter einer Reifeprüfung besitzt. Während viele Begegnungen zuvor noch von einzelnen Schüssen oder gelegentlichen Aufnahmeverlusten geprägt waren, zeigte der Frankfurter Pétanque Club in der Schlussphase seine ganze spielerische Klasse. Das Triplette um Dr. Patel Krutarth, Anna Neubauer und Normann Maurer dominierte von Beginn an die Partie, kontrollierte die Punktebilder konsequent über präzise Legerleistungen und ließ der Marborner Formation nicht eine einzige verwertbare Aufnahme. Der seltene Endstand von 13:0 spiegelte die Kräfteverhältnisse treffend wider.

Auch auf der zweiten Bahn bewiesen die Frankfurter Nervenstärke. Zwar hielt das Triplette des BC Marborn die Partie lange offen und zwang seine Gegner mehrfach in anspruchsvolle Schusspositionen. Doch Dr. Robert Haag, Pascal Sittmann und Friedrich Sittmann fanden in den entscheidenden Aufnahmen die besseren Lösungen. Mit einer Mischung aus sicherem Tireur-Spiel und taktisch klugem Aufbauspiel drehten sie eine ausgeglichene Begegnung zu ihren Gunsten und setzten sich mit 13:11 durch.

BC MarbornFrankfurter Pétanque ClubResultat
Susan Lifka | Matthias Lifka | Benjamin LifkaDr. Patel Krutarth | Anna Neubauer | Normann Maurer00:13
Dieter Auth | Stefan Schnitt | Ralf WeberDr. Robert Haag | Pascal Sittmann | Friedrich Sittmann11:13

Spätestens vor den abschließenden Tripletten war die Begegnung praktisch entschieden. Der FPC kontrollierte das Geschehen über weite Strecken und ließ keine Zweifel mehr am Ausgang der Partie aufkommen. Am Ende stand ein souveräner 17:9 Erfolg, der den Frankfurtern den Verbleib im Wettbewerb sicherte.

Für Marborn endet der diesjährige Pokalwettbewerb damit erwartungsgemäß. Bereits gegen den BC Cassel hatte sich gezeigt, dass die Mannschaft gegen die stärkeren Vereine des Landes nur begrenzte Möglichkeiten besitzt. Die Teilnahme an der Lucky-Loser-Runde bot noch einmal die Chance auf eine Überraschung, doch diese blieb aus.


Der Frankfurter Pétanque Club wiederum darf die Begegnung als gelungene Wiedergutmachung für den enttäuschenden Auftritt gegen Seeheim betrachten. Die Leistung in Gründau-Rothenbergen entsprach deutlich eher den Erwartungen an eine Mannschaft, die vor Saisonbeginn zum erweiterten Kreis der Favoriten gezählt wurde.

An der grundsätzlichen Debatte über die sportliche Logik der Lucky-Loser-Regel ändert das Ergebnis allerdings wenig. Gerade der FPC liefert ein Beispiel für die Ambivalenz des Modus: Eine Mannschaft, die ihre erste Pokalbegegnung verloren hat, erhält eine zweite Gelegenheit und kann nun weiterhin vom Pokalsieg träumen. Die Frankfurter werden dies kaum beklagen. Ihre Gegner in den kommenden Runden dürften die Regelung hingegen weiterhin mit gemischten Gefühlen betrachten.